{"id":3103,"date":"2020-07-05T12:26:32","date_gmt":"2020-07-05T11:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worldsocialism.org\/wsm\/?page_id=3103"},"modified":"2020-07-05T12:26:35","modified_gmt":"2020-07-05T11:26:35","slug":"die-probleme-der-heutigen-gesellschaft-und-ihre-ursache-1949","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.worldsocialism.org\/wsm\/die-probleme-der-heutigen-gesellschaft-und-ihre-ursache-1949\/","title":{"rendered":"Die Probleme der heutigen Gesellschaft und ihre Ursache. (1949)"},"content":{"rendered":"\n<p>An die Arbeiter Oesterreichs !<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gespenst geht um in der Weit: das Gespenst des III. Weitkrieges (oder soil man sagen : des II Atombombenkrieges ?) Gewiss, es ist nicht die einzige Bedr\u00e4ngnis der heutigen Menschheit. Krieg ist nur eines der Probleme, die aus der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaftsordnung entspringen. Es ist wahr, dass es in seiner Wirkung das grauenhafteste von allen ist, aber es ist nichtsdestoweniger untrennbar verbunden mit allen anderen, wie Armut und Existenzunsicherheit, die Millionen von Arbeiterheimen in allen Landern st\u00e4ndig mit dem Gespenst einer Familienkatastrophe bedrohen. Auch diese Probleme sind die <em>logische Folge der kapitalistischen Gesellschaft, <\/em>in welcher die Erzeugung und Verteilung der Lebensnotwendigkeiten nicht nach den Bed\u00fcrfnissen der Menschen erfolgt, sondern von den Bed\u00fcrfnissen des konkurrierenden Marktes beherrscht wird und abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sozialistische Arbeiter weisen den Weg <\/strong><strong>zur Beseitigung der sozialen Uebel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Probleme konnen nicht einzeln, eins nach dem anderen, ge\u00f6lst werden ; sie werden bleiben solange die gegenwartige Gesellschaftsordnung bleibt, sie werden verschwinden, zusammen mit dieser Gesellschaftsordnung. Um die Probleme zu l\u00f6sen und zu <em>menschenw\u00fcrdigen Daseinsbedingungen f\u00fcr <\/em><em>alle <\/em>zu kommen, gibt es in der Tat nur den einzigen Weg der grundlegenden Aenderung der heutigen Gesellschaftsordnung, wie sie der wissenschaftliche Sozialismus lehrt. Keine Politik, die nicht die Beseitigung der kapitalistischen Produktionsmethode f\u00fcr Profit zum ausschliesslichen Ziele hat, kann den elenden Status der Arbeiter als besitzlose, an das degradierende Lohnsystem gefesselte Ausbeutungsobjekte mit all den \u00fcblen Folgen beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erf\u00fcllt von der dringenden Notwendigkeit der Verbreitung der wahren sozialistischen Lehre, und um zun\u00e4chst der ungeheuren Verwirrung entgegenzutreten, die systematischer Missbrauch des Namens der grossen Sache unter den Arbeitern der Welt angerichtet hat, unterbreiten prinzipientreue Sozialisten den Arbeitern Oesterreichs die <em>DECLARATION OF PRIN<\/em><em>CIPLES (Leits\u00e4tze) <\/em>der in der englisch sprechenden Welt bereits bestehenden revolution\u00e4ren Organisationen. Letztere f\u00fchren als einzige den kompromislosen Kampf f\u00fcr die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung und weisen best\u00e4ndig darauf hin, dass die von allen anderen Arbeiterorganisationen betriebene Reform-Politik im <em>eigenen Interesse der <\/em><em>Kapitalisten als herrschende <\/em>Klasse ist, bezw. nur dem Fortbestand ihres legalisierten Raubsystems dient. Nie und nimmer kann eine solche Politik zum Sozialismus f\u00fchren! Nur eine unabhangige Organisation von Arbeitern, die auf den in vorliegender Botschaft enthaltenen Leits\u00e4tzen fundiert ist, kann es der Arbeiterklasse der Welt erm\u00f6glichen, sich vom Joch des Kapitals zu befreien und Sozialismus einzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird gehofft, dass auch die osterreichischen Arbeiter diese Botschaft einem ernsten und sympatischen Studium unterziehen und dem Beispiel ihrer \u00fcberseeischen sozialistischen Arbeitskollegen durch Gr\u00fcndung einer revolution\u00e4ren Partei <em>zum Sturze der Herrschaft des Kapitals mit seiner Lohnsklaverei <\/em>folgen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zentrale der SOCIALIST PARTY OF GREAT BRITAIN (nicht zu verwechseln mit der anti-sozialistischen Labour Party) wird es begr\u00fcssen, Zuschriften (auch in deutscher Sprache) mit Stellungnahme von Interessenten zu erhalten, die gerne Beantwortung finden werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Verwirrung <\/strong><strong>\u00fcber die Bedeutung des Sozialismus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon Marx und Engels, die Begr\u00fcnder des wissenschaftlichen Sozialismus, hatten sich mit einer Unzahl von Quacksalbern, mehr oder weniger ehrlichen Faselh\u00e4nsen, Scharlatanen, Sozialreformern, politischen Abenteurern, F\u00fchrern und &#8221; Vortruppen der revolution\u00e4ren Arbeiterklasse &#8221; auseinanderzusetzen, die mit der Sache Schindluder trieben. Es blieb aber unserer Generation vorbehalten, gleichzeitig mit der ungeahnten Entwicklung von Mord- und Zerst\u00f6rungswaffen auch im Versuch der Mordung der gr\u00f6ssten Sache der Menschheit, des Sozialismus, einen H\u00f6hepunkt zu erreichen. Wir m\u00fcssen es in der Tat erleben, dass ganze Weltreiche als sozialistisch oder kommunistisch hingestellt werden, trotzdem deren Staatswesen auf keiner besseren Grundlage als dem brutalen Mechanismus des Geldsacks und des Kapitals mit seiner Profit- und Privilegienwirtschaft beruhen ; Staaten die mit stetig erh\u00f6hter Ausbeutung einer besitzlosen Arbeiterklasse durch das Lohnsystem in der Produktion operieren; Staaten die dadurch die Masse des Volkes zu einem Leben in degradierender Armut und qu\u00e4lender Existenzunsicherheit verurteilen; Staaten die mit ihrem Regime untrennbar verbundene Expansionspolitik zur Beherrschung der Weltm\u00e4rkte, Rohstoffquellen und Handelsrouten betreiben und zu den erbitterten Konflikten zwischen Menschen, Klassen und Nationen f\u00fchren, die die Welt standig mit dem Ausbruch von Kriegen bedrohen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Unsinn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>vom &#8220;Sozialismus in e\u00fciem Lande<\/strong><sup><strong>&#8220;<\/strong><\/sup><strong> oder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8220;Auf einem Sechstel der Erde.&#8221;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Oesterreich wird dieser Verwirrung seit jeher bewusst oder unbewusst Vorschub geleistet. So heist es in einer 1946 im Verlage der &#8221; Sozialistischen Partei von Oesterreich &#8221; erschienenen Broch\u00fcre : &#8221; Die Neue Welt und der Sozialismus &#8221; :<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Zweider grossten Weltreiche stehen heute unter der F\u00fchrung der Arbeiterklasse, das russische und das britische Imperium, damit der entscheidende Teil der Erde.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bedenkt, dass Kapitalismus die ganze Welt insoferne zu einer Einheit gemacht hat, als jeder Teil von den anderen abh\u00e4ngig ist, wer bedenkt, dass Sozialismus gleicherweise ein internationaler Begriff ist, dem wird es klar sein, dass die Idee von &#8221; Sozialismus in einem Lande &#8221; oder &#8221; Auf einem Sechstel der Erde &#8221; eine Illusion ist. Wenn die lacherliche Behauptung in obiger Brochure wahr w\u00e4re, wie lange konnte Kapitalismus die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung im &#8221; entscheidenden Teil der Erde &#8221; noch \u00fcberdauern ? Sicherlich nicht 30 Jahre, wahrscheinlich nicht einmal 30 Tage! Aber auch die britischen Kapitalisten konnen unter dieser &#8221; F\u00fchrung der Arbeiterklasse &#8221; ruhig schlafen. Ebensowenig wie die &#8221; kommunistische&#8221; Regierung des russischen Weltreiches, oder die Oesterreichische &#8221; Sozialistische &#8221; Partei daran denken, die <em>Abschaffung <\/em><em>des Lohnsystems und Profit-Motivs <\/em>in der Produktion auf ihr Banner zu schreiben und durch das sozialistische Prinzip: Von jedem nach seinen Fahigkeiten, Jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen, zu ersetzen, ebensowenig denkt die &#8221; sozialistische &#8221; Regierung des britischen Imperiums daran, dem Kapitalismus das Handwerk zu legen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifelsohne werden viele \u00f6sterreichische Arbeiter l\u00e4ngst wissen, was sie von der Lobhudelei und Ruhmrederie der H\u00e4upter dieses vermeintlichen &#8221; Sechstels der Erde &#8221; zu halten haben. Von glatten Verurteilungen als grossen skrupellosen Missbrauch des Namens Sozialismus bis zur Brandmarkung als Falschung, Propaganda Bluff, Schwindel und Betrug d\u00fcrften alle Variationen in den Ansichten der Arbeiter vertreten sein. Die grausamen Erfahrungen besonders der letzten Jahre werden vielen die Augen ge\u00f6ffnet haben, dass das was in den genannten zwei Weltreichen vorgeht, <em>mit <\/em><em>Sozialismus nichts gemein haben kann. <\/em>Wer aber noch mehr Einblick in die Verh\u00e4ltnisse dieser Weltreiche gewinnen will, dem m\u00f6ge ein Auszug aus dem Bericht zur Information dienen, den der Generalsekret\u00e4r der britischen Labour Party nach einer Reise in Russland 1946 ver\u00f6ffentlicht hat. Da heist es nach einem Hinweis auf die grossen sozialen Kontraste, auf Luxusautos und barf\u00fcssige, \u00e4rmlich gekleidete Bauern und anderen &#8221; r\u00e4tselhaften Dingen &#8221; u.a.:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Wahrend eines luxuri\u00f6sen Aufenthaltes in Moskau und Leningrad lernten wir die armseligen Lebensbedingungen der ungeheueren Mehrheit der Bev\u00f6lkerung kennen. In der russischen Hauptstadt z.B. leben 2 oder selbst 3 Familien oft in einem Zimmer.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Da wird von Millionen Obdachlosen oder in Erdunterst\u00e4nden lebenden menschen berichtet, von &#8221; vollgestopften L\u00e4den und Kaufh\u00e4usern, wo Luxusartikel sowie viele der Gebrauchsgegenst\u00e4nde nur zu phantastischen Preisen zu haben sind und nur von jenen gekauft werden k\u00f6nnen die Geld im Ueberfluss haben.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Berichterstatter die &#8221; starken Unterschiede in den Lebensbedingungen &#8221; wahrnahm, vergass er nicht &#8221; unsere eigenen Elendsstrassen in London und Glasgow und die Viertel der Reichen neben ihnen.&#8221; Anscheinend muss in diesen beiden &#8221; sozialistischen &#8221; Weltreichen zunachst der Vorrat an Kanonen und Atombomben auf die gleiche H\u00f6he ihres gewaltigen, ebenso profitgierigen Handelsrivalen jenseits des Atlantischen Ozeans gebracht werden bevor die Bed\u00fcrfnisse des Volkes einigermassen befriedigt werden konnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ganze L\u00fcgerigeb\u00e4ude vom &#8221; Sozialismus auf einem Sechstel der Erde &#8221; findet aber seine erbarmungsloseste Zertr\u00fcmmerung in dem bedeutendsten Werk von Karl Marx, &#8221; Das Kapital.&#8221; Schon ein teilweises Studium liefert den unwiderlegbaren Beweis, dass <em>Lohnarbeit d.h. die Aneig<\/em><em>nung von Mehrwert (unbezahlt) <\/em>seitens der Besitzer der Produktionsmittel (privater oder staatlicher Unternehmer) die Lebensbedingung des Kapitals ist. Und nachdem Lohnarbeit, also Produktion der Lebensmittel zum Verkauf, f\u00fcr Profit (nicht zur freien Verf\u00fcgung der Menschen) die <em>Grundlage <\/em><em>aller modernen Staaten der Welt bildet, <\/em>konnen Behauptungen \u00fcber den Bestand einer anderen als der kapitalistischen Gesellschaftsordnung irgendwo im Osten oder Westen nur als Phantasiegebilde, Vorspiegelung falscher Tatsachen, oder T\u00e4uschungsman\u00f6ver zur Verheimlichung niederer Ziele, wie uners\u00e4ttliche Machtgier und ausschliessliche Beherrschung der Weltm\u00e4rkte gebrandmarkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der grosse Unterschied <\/strong><strong>zwischen kapitalistischer und sozialistischer <\/strong><strong>Produktion und Verteilung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon der erste Satz im I. Band von &#8221; Das Kapital&#8221; lautet: &#8221; Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine &#8216; ungeheure Warensammlung.&#8217; <em>&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Marx beginnt dann mit der Analyse des Produktes welches als Ware auf der Weltb\u00fchne erscheint\u2014Dinge die zwar Gebrauchs-wert haben mussen, aber in erster Linie zum Tausch, zum Verkauf bestimmt sind. Bei einer Produktion der Lebensmittel f\u00fcr den <em>einzigen Zweck der Bedarfsdeckung <\/em>der Menschen, also ohne Profit-Motiv, h\u00f6ren die Produkte nat\u00fcrlich auch auf, Tauschwerte (Handelsobjekte) zu sein. Sie sind nur noch Gebrauchs-werte, deren Erzeugung nicht mehr den Erfordernissen eines Marktes unterliegt, sohdern <em>nur nach den Bedurfnissen der Menschen, <\/em>wo immer sie sein m\u00f6gen, erfolgt. Ebenso logischer Weise f\u00e4llt dann die Notwendigkeit eines Tauschmittels fort; Geld wird uberfl\u00fcssig, Kapital ist tot. Die Beziehungen der Menschen horen auf, blose Markt-beziehungen, wie heute, zu sein, an ihre Stelle werden endlich <em>wahre menschliche Beziehungen treten. <\/em>Der Mensch (nicht das Geld) wird Herr der Erde und des Produktes seiner Hande statt, wie heute, von der Materie beherrscht zu werden. Erst eine solche Produktionsweise ist dann nicht mehr kapitalistisch\u2014<em>es ist Sozialismus. <\/em>Um ihn zu verwirklichen, muss das Privat oder Staatseigentum an den Produktionsmitteln zun\u00e4chst beseitigt werden; letztere mussen in den Besitz und unter die demokratische Verwaltung der Gesellschaft als ganzes kommen. Dies zu vollbringen, ist <em>die historische Mission der Arbeiterklasse <\/em>der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Historische Mission der Arbeiterklasse.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Marx&#8217; Analyse lasst kein Haar mehr auf dem Kopfe derjenigen, die vom Bestehen einer anderen als der kapitalistischen Gesellschaftsordnung in unseren Tagen, ja, von &#8221; Sozialismus auf einem Sechstel der Erde &#8221; faseln. Zeigt Marx doch, dass Waren-Produktion (Produktion f\u00fcr Profit) das Vorhandensein einer von jedem Eigentum an den Produktionsmitteln ausgeschlossenen Arbeiterklasse bedingt, die gezwungen ist, ihre Haut, bezw. ihre physische und geistige Arbeitskraft zu Markt zu tragen um leben zu k\u00f6nnen. Schon der obzitierte Satz macht es klar, dass Kapitalismus \u00fcberall dort herrscht, wo die Lebensmittel nicht lediglich zur Bedarfsdeckung der Menschen erzeugt werden, sondern als Ware, zum Verkauf, zur Realisierung des aus dem Arbeiter durch das Lohnsystem herausgeschundenen Mehrwertes (Profit). Oder ist Ware vielleicht Gemeingut? Kann ein Produkt, das den Charakter einer Ware, also eines nur f\u00fcr den Markt bestimmten Handelsobjektes hat, \u00fcberhaupt etwas anderes sein als Privateigentum? Geh\u00f6ren die in den &#8221; vollgestopften L\u00e4den und K\u00e4ufhausern &#8221; angesammelten Dinge dem Volk, das sie erzeugt hat ? Nein, sie geh\u00f6ren, genau so wie die Produktions und Verteilungsmittel, privaten Besitzern oder dem Staat und sind nur zu (f\u00fcr den Arbeiter) &#8221; phantastischen &#8221; Preisen zu haben. Sie sind nur f\u00fcr diejenigen &#8221; die Geld im Ueberfluss haben.&#8221; So sind Land und Fabriken, die Maschinen und Minen, die Verkehrsmittel und K\u00e4ufhauser etc. Privat oder Staatseigentum und jede Behauptung, dass diese Dinge heute in diesem oder jenem Staate Eigentum des Volkes als ganzes seien, ist nat\u00fcrlich eine ungeheuerliche Alfanzerei. Bedarf diese Feststellung \u00fcbrigens mehr Beweis als die ersch\u00fctternde Armut und das Massenelend worunter gerade das werkt\u00e4tige, allen Reichtum schaffende Volk der Erde leidet ? Wo ist der Unterschied zwischen einem Lande wo der Dollar regiert und einem Lande wo das Pfund Sterling oder der harte Rubel die Herrschaft f\u00fchrt ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Gebot der Stunde:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vereinigung der Arbeiter aller L\u00e4nder zwecks<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschaffung der Lohnarbeit und der<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herrschaft des Kapitals.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kapitalismus kann nicht anders als die Widersinnigkeiten und Uebel zu erzeugen die weltbekannt sind. Der Sozialist steht auf dem Standpunkt, dass jede politische Partei, welche versucht, Kapitalismus zu verwalten und andere Resultate damit zu erzielen, zum Scheitern verurteilt ist. Man unternimmt da eine unm\u00f6gliche Aufgabe. Der Sozialist macht keine Versprechungen, die Probleme der Arbeiter im Rahmen des Kapitalismus l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Er weist auch best\u00e4ndig darauf hin, dass F\u00fchrer diese Probleme nicht zu meistern verm\u00f6gen. Das m\u00fcssen die Arbeiter selbst tun. Sie m\u00fcssen sich bem\u00fchen zu lernen, wie Kapitalismus funktioniert und wie dieses System durch Sozialismus ersetzt werden kann. Die Arbeiter haben die Pflicht und Verantwortung, Sozialismus zu verwirklichen und damit die Menscheit in die Lage zu versetzen, einen weiteren Schritt nach vorw\u00e4rts zu tun. Es darf den Widersachern, Feinden und falschen Freunden nicht gelingen, die grosse Sache zu morden und die Menschheit in den Abgrund zu st\u00fcrzen. Das Gebot der Stunde ist nicht, Vertrauen in F\u00fchrer und deren Versprechungen zu setzen, sondern Selbstvertrauen und Entschlossenheit zu zeigen, die Natur der Probleme zu verstehen, die die Arbeiter aller L\u00e4nder bedr\u00fccken. Mit sozialistischem Wissen ausger\u00fcstet, werden die Arbeiter zur politischen Organisation zum Zwecke der Eroberung der politischen Macht auf demokratischem Wege schreiten um Sozialismus einzuf\u00fchren. Bis dahin werden die in der Natur des Kapitalismus liegenden Uebel und Konflikte weiterbestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel dei Sozialistischen Partei:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcndung einer Gesellschaftsordnung, welche auf Gemeingut und demokratischer Verwaltung, der zur Erzeugung und Verteilung der Lebensg\u00fcter dienenden Produktionsmittel durch und f\u00fcr das gesamte Volk beruht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Acht Prinzipien der Sozialistischen Partei :<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die S.P. steht auf dem Standpunkt:<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Dass die Verfassung der heutigen Gesellschaft auf dem Privateigentum der Lebensmittel <em>(d.s. <\/em>Land, Fabriken, Transportmittelj usw.) seitens der Kapitalisten-oder herrschenden Klasse und der zur Folge<br>habenden Versklavung der Arbeiterklasse, deren Arbeit allein Reichtum erzeugt, beruht.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Dass in der Gesellschaft daher ein Interessen-Gegensatz zwischen jenen welche besitzen aber nicht erzeugea und jenen welche erzeugen aber nicht besitzen, besteht, welcher Gegensatz in einem Klassenkampf seinen Ausdruck fmdet.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Dass dieser Gegensatz nur durch die Befreiung der Arbeiterklasse vom Joch der herrschenden Klasse abgeschafft werden kan und zwar durch Umwandlung der Produktions-und Verteilungsmittel in Gemeingut und deren demokratische Kontrolle durch das gesamte Volk.<\/p>\n\n\n\n<p>(4) Dass, nachdem in der Reihenfolgc sozialer Entwicklung die Arbeiterklasse die letzre Klasse ist, die ihre Befreiung noch zu vollbringen hat, die Emanzipierung der Arbeiterklasse gleichzeitig die Befreiung der ganzen Menschheit, ohne Unterschied der Rasse oder des Geschlechts mit sich bringen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>(5) Dass diese Befreiung das Werk der Arbeitcrklasse selbst sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>(6) Dass, nachdem die Einrichtung der Regierung, einschliesslich der bewaffneten Macht der Nation, nur zu dem Zwecke besteht, um das Monopol und Eigentumsrecht der Kapitalistenklasse auf die von den Arbeitern<br>genommenen Reichtumer aufrecht zu erhalten, die Arbeiterklasse zielbewusst und politisch zur Eroberung der Regierungsgewalten (national und lokal) organisieren muss, um diese Staatseinrichtung einschliesslich jener Gewalten, von einem Werkzeug der Unterdr\u00fcckung in ein Instrument zur Befreiung und zum Sturze von Privilegien (aristokratisch und plutokratisch) umzugestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>(7) Dass, nachdem alle politischen Parteien nur der Ausdruck von Klassen-Interessen sind und das Interessen der Arbeiterklasse den Interessen aller Glieder der herrsschenden Klasse diametral entgegenstteht, die die<br>Befreiung der Arbeiterklasse anstrebende Partei jeder anderen Partie feindlich gegen\u00fcberstehen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>(8) Die Sozialistische Partei tritt daher auf das Feld politischer Tatigkeit, entschlossen zur Bekampfung aller anderen politischen Parteien, gleichviel ob angeblich Arbeiterparteien oder ausgesprochen kapitalistisch, und ruft die Mitglieder der Arbeiterklasse dieses Landes auf, sich unter ihr Banner zu scharen, damit dem System, welches sie um die Fr\u00fcchte ihrer Arbeit beraubt, ein rasches Ende bereitet werde, damit Wohlstand an die Stelle von Armut trete, Gleichberechtigung an die Stelle von Priviligien, und Freiheit an die Stelle von Sklaverei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was kapitalistische Staatsm\u00e4nner selbst \u00fc<\/strong><strong>ber ihr System sagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>und<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was Arbeiterf\u00fchrer uber ihre Partei sagen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In seltener Aufrichtigkeit stellte einst der liberale englische Premier-minister David Lloyd George seinen Wahlern die Frage :<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Befassen sich die Staatsmanner mit den Problemen der bestehenden Wirtschaftsordnung mit ihrer blinden und grausamen Habsucht und Machtgier ? Mit ihren Kontrasten zwischen Ueberfluss und Armut, Luxus auf der einen Seite und Elend auf der anderen; Verschwendung und Chaos. Mit ihren Dutzenden von Millionen nur auf Mildt\u00e4tigkeit angewiesenen Arbeitern, w\u00e4hrend die Reicht\u00fcmer in den Feldern verderben, aber den Bed\u00fcrftigen nicht zug\u00e4nglich gemacht werden d\u00fcrfen. Mit ihren Elendsquartieren, in welchen kein human denkender Mensch sein Vieh unterbringen w\u00fcrde; Mit ihren f\u00fcr gegenseitige Aushungerung und Vernichtung r\u00fcstenden Nationen ? Er\u00f6rtern die Staatsm\u00e4nner die Probleme dieses Systems, welches derart versagt hat ? &#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Fragen stellen, heist sie mit nein beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Und kurze <\/em>4 <em>Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges muss selbst der bekannte Welternahrungssachverst\u00e4ndige Lord Boyd Orr zugeben, dass :<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8221; <\/em>Wenn die Grossm\u00e4chte nicht mehr als ein Drittel ihres Nationaleinkommens f\u00fcr die Vorbereitung des III. Weltkrieges verausgabten, das Arbeitslosenproblem noch weit schlimmer sein w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Wenn durch irgendein Wunder Friede auf Erden eintr\u00e4te und Menschen aus den Streitkr\u00e4ften und aus der Herstellung von Bombern und anderen Waffen entlassen w\u00fcrden, dann w\u00fcrde der dadurch entstehende Druck zu stark f\u00fcr unsere ganze wirtschaftliche Struk ur sein.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Die grauenhafte Sinnlosigkeit, an der das in Konflikt gebettete Gesellschaftssystem angelangt ist, tritt hier am klarsten zu Tage.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Und ein Arbeiterf\u00fchrer \u00fcber die Zwecklosigkeit der Parteiprogramme :<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einer der prominentesten F\u00fchrer der Labour Party, Lord Philip Snowden, erklarte im Oktober, 1932 :<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Die Arbeiterpartei erlangte ihre fr\u00fchere politische St\u00e4rke weder von ihrem sozialistischen Idealismus, noch von ihrem Wahlprogramm. Die Partei bot einfach eine Zufluchtst\u00e4tte f\u00fcr eine gewisse Unzufriedenheit. Die alten politischen Parteien hatten versagt. Hier war eine neue Partei die die sozialen Verh\u00e4ltnisse des Volkes zum Angelpunkt ihrer Politik bei der Masse machte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8221; Millionen M\u00e4nner und Frauen, die keinen Dunst von Sozialismus hatten, w\u00e4hlen f\u00fcr Arbeiter-Kandidaten, weil sie glauben, dass es sich um eine Partei handelt, die etwas tun w\u00fcrde\u2014man weiss zwar nicht was\u2014um ihre Lage zu verbessern. Ich befasse mich seit 40 Jahren mit solchen Programm-Aufstellungen. Ich war mir \u00fcber die Zwecklosigkeit derselben immer im klaren.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An die Arbeiter Oesterreichs ! Ein Gespenst geht um in der Weit: das Gespenst des III. Weitkrieges (oder soil man sagen : des II Atombombenkrieges ?) Gewiss, es ist nicht die einzige Bedr\u00e4ngnis der heutigen Menschheit. 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