{"id":1163,"date":"2019-03-12T15:35:58","date_gmt":"2019-03-12T15:35:58","guid":{"rendered":"https:\/\/wsm.prolerat.org\/?page_id=1163"},"modified":"2019-03-12T15:35:58","modified_gmt":"2019-03-12T15:35:58","slug":"weltsozialismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.worldsocialism.org\/wsm\/weltsozialismus\/","title":{"rendered":"Weltsozialismus"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir leben in einer Welt des Reichtums. Die Produktivit\u00e4t ist\n      in allen wirtschaftlichen Sektoren, in der Industrie, genauso,\n      wie in der Landwirtschaft, immens. Die\n      Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte k\u00fcrzlich fest: &#8220;Im\n      Vergleich zu der noch nicht allzulange zur\u00fcckliegenden\n      Vergangenheit leben wir heute in einer Welt des\n      \u00dcberflusses.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine bessere Gesundheit der Weltbev\u00f6lkerung und steigende\n      Agrarertr\u00e4ge im 20. Jahrhundert waren Ursachen (und Wirkungen),\n      die weltweit zu beispiellosen und rasanten gesellschaftlichen\n      und wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen gef\u00fchrt haben. So gibt es\n      zum Beispiel heute f\u00fcr alle Menschen dieser Welt mehr als genug\n      Nahrungsmittel zur Verf\u00fcgung &#8211; theoretisch wenigstens.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es eigentlich keine wirklichen Engp\u00e4sse bei der\n      Versorgung der Weltbev\u00f6lkerung mit Nahrungsmitteln, Kleidung,\n      Medikamenten und Wohnungen geben m\u00fc\u00dfte, warum leiden so viele\n      Menschen an einem Mangel an diesen grundlegenden Dingen? Wieso\n      gibt es Hunger und Durst, Elend, t\u00f6dlich verlaufende, aber\n      leicht heilbare oder vermeidbare Krankheiten und warum gibt es\n      Obdachlosigkeit, warum m\u00fcssen Menschen unter menschenunw\u00fcrdigen\n      Bedingungen leben?<\/p>\n\n\n\n<p>Warum sterben so viele Menschen&nbsp;\u2013 Stunde um Stunde,\n      Jahr um Jahr, Entwicklungsdekade um Entwicklungsdekade, Reform\n      um Reform&nbsp;\u2013 sinnlos und unn\u00f6tigerweise? Warum haben sie\n      keine ausreichende Nahrung, kein trinkbares Wasser, keine\n      Behausung und keine&nbsp;\u2013 auch nicht die einfachsten&nbsp;\u2013\n      Medikamente? Und: Wieso m\u00fcssen eigentlich so viele Menschen\n      Angst haben, &#8220;arbeitslos&#8221; und somit mittellos zu werden,\n      anstatt sich daran erfreuen zu k\u00f6nnen, dass mit weniger\n      Aufwand, mehr Wohlstand erzeugt werden kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ursache daf\u00fcr ist das wirtschaftliche und politische\n      System, unter dessen Herrschaft wir, und alle anderen auf\n      dieser Welt, leben. Es ist das erste und das letzte und das\n      wichtigste aller wirtschaftlichen Gesetze des Kapitalismus,\n      jenes, auf dem das Verkaufen und Kaufen gr\u00fcndet: Man bekommt\n      nur das, wof\u00fcr man Geld hat. Ohne Geld, keine Nahrung, ohne\n      Geld keine Kleidung, ohne Geld keine Wohnung, ohne Geld keine\n      Medikamente, ohne Geld kein Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Welt voller \u00dcberfluss, leben wir, die Arbeiter und\n      Arbeiterinnen&nbsp;\u2013 also die \u00fcberwiegende Mehrheit auf diesem\n      Planeten&nbsp;\u2013 in einer f\u00fcr den Kapitalismus typischen, weil\n      &#8220;k\u00fcnstlich&#8221; erzeugten Knappheit an Lebensmitteln jeder Art. Das\n      geschieht nat\u00fcrlich nicht, wie Sozialdemokraten meinen (wir\n      erinnern an den v\u00f6lkischen Heuschreckenvergleich des Genossen\n      M\u00fcntefering), aus Bosheit, aus sonstigen Mentalit\u00e4tsgr\u00fcnden,\n      oder weil einzelne Kapitaleigner Amerikaner sind (oder\n      Juden&nbsp;\u2013 hier hat sich der SPD\u00b4ler gerade noch so\n      zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen&nbsp;\u2013 die Frage ist: Wie lange noch?),\n      sondern ausschlie\u00dflich, um die \u00fcberlebensnotwendigen Profite\n      erwirtschaften zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziemlich verr\u00fcckt, aber es wird sich daran so lange nichts\n      \u00e4ndern, solange der Kapitalismus nicht von der Mehrheit der\n      Weltbev\u00f6lkerung in einem bewu\u00dften Akt beendet und er dann nur\n      noch als gesellschaftliche Formation der menschlichen (Vor-)\n      Geschichte bekannt sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel ist es nicht, den Kapitalismus zu reformieren und\n      sich zum Beispiel damit zu begn\u00fcgen, h\u00f6here L\u00f6hne zu fordern\n      oder&nbsp;\u2013 was heute z.B. in Deutschland \u00fcblicher ist&nbsp;\u2013\n      zu versuchen, Senkungen von L\u00f6hnen und den Abbau von\n      Arbeitspl\u00e4tzen zu verhindern. Dies ist nicht falsch, aber es\n      reicht nicht. Genauer gesagt, es \u00e4ndert an dem Widerspruch\n      zwischen faktischem \u00dcberfluss und (kapitalistisch erzeugter)\n      k\u00fcnstlicher Knappheit gar nichts. Auch nichts am Verkaufen und\n      Kaufen der Ware Arbeitskraft, nichts am System der Lohnarbeit,\n      das wir beenden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn in Deutschland nun die neue &#8220;Linkspartei&#8221; (PDS, WASG,\n      SAV, Linksruck, \u2026) ihr kapitalistisches Programm an der\n      Sozialen Marktwirtschaft, am Modell Deutschland, an staatlichen\n      Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen und&nbsp;\u2013 nicht zu letzt&nbsp;\u2013\n      auch am Standort Deutschland ausrichtet, dann zeigt sich darin\n      mal wieder das hundertj\u00e4hrige Elend des Reformismus, der es\n      bislang immer nur dazu gebracht hat, den Kapitalismus vor\n      Schwierigkeiten (mit den ArbeiterInnen) zu bewahren und ihm aus\n      Patschen zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das weite Teile der &#8220;linken \u00d6ffentlichkeit&#8221; und viele\n      Arbeiter und Arbeiterinnen Hoffnungen in die Linkspartei\n      setzen, obwohl diese Partei tats\u00e4chlich nur &#8220;Arbeit!&#8221; (noch\n      mehr Lohnarbeit!&nbsp;\u2013 als ob es nicht um die Abschaffung der\n      Lohnarbeit und die weitgehende Verringerung der Arbeitszeit\n      \u00fcberhaupt gehen m\u00fc\u00dfte) und &#8220;soziale Gerechtigkeit!&#8221; (ein\n      positiv \u00fcbertreibender Begriff f\u00fcr die kapitalistischen\n      Ausbeutung, die Lohnarbeit und die Warengesellschaft) fordert,\n      dokumentiert die enorme Kluft zwischen dem, was objektiv\n      m\u00f6glich w\u00e4re und dem, was scheinbar subjektiv und politisch von\n      der Mehrheit gewollt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sagen das ganz ohne H\u00e4me und ohne jene pers\u00f6nlich\n      beleidigen zu wollen, die dieses altbackene, staatsfixierte und\n      traurige &#8220;Projekt&#8221; mit den besten Absichten unterst\u00fctzen und\n      ihre Hoffnungen in es setzen. Wir beurteilen hier nicht die\n      Menschen und ihre Absichten, sondern die Wirkungen des\n      demokratischen Reformismus, der eine lange Geschichte hat und\n      von dem sich unsere Organisation bereits vor \u00fcber hundert\n      Jahren (1904) getrennt hat, ohne sich nach 1917 dem\n      Staatskapitalismus diktatorischer und bolschewistischer Pr\u00e4gung\n      anzuschlie\u00dfen. Es gibt \u00fcbrigens nicht viele politische\n      Organisationen innerhalb der Arbeiterbewegung, die das von sich\n      behaupten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Uns geht es jedenfalls um etwas anderes, als den\n      Reformisten, z.B. von der Linkspartei: Es geht um nicht\n      weniger, als um die \u00dcbernahme der gesamten gesellschaftlichen\n      Mittel der Produktion und Verteilung durch die \u00fcberwiegende\n      Mehrheit der Weltgesellschaft, es geht uns um die demokratische\n      Kontrolle der Produktion und Verteilung durch und zum Nutzen\n      der Weltgesellschaft. Wir nennen diesen gesellschaftlichen\n      Zustand traditionellerweise: Weltsozialismus&nbsp;\u2013 eine Welt\n      ohne Lohnarbeit, ohne Geld, ohne Kapital, ohne Nationen, ohne\n      Grenzen, ohne Staaten. (Aus unserer Definition dieser\n      Gesellschaft d\u00fcrfte abzuleiten sein, dass wir seit der Zeit der\n      Russischen Oktoberrevolution des Jahres 1917 der Meinung waren\n      und dies in zahlreichen kritischen Analysen begr\u00fcndet haben,\n      dass in der Sowjetunion nicht etwa der Sozialismus, sondern\n      eine besondere (staats-) kapitalistische Gesellschaftsformation\n      zuerst entwickelt und dann tats\u00e4chlich errichtet wurde.)<\/p>\n\n\n\n<p>Eine grundlegende und allgemeine menschliche F\u00e4higkeit wird\n      im weltweiten Sozialismus im Vordergrund stehen: Die F\u00e4higkeit\n      eines jeden Menschen mit anderen Menschen in einer globalen\n      Weltgesellschaft zu kooperieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist, wovon unsere&nbsp;\u2013 hinsichtlich der inneren\n      Struktur egalit\u00e4re und auch sonst sehr au\u00dfergew\u00f6hnliche&nbsp;\u2013\n      1904 gegr\u00fcndete Organisation, die Socialist Party of Great\n      Britain (The Socialist Party), ausgeht und es ist das, was wir\n      anstreben. Nehmt mit uns Kontakt auf.<\/p>\n\n\n\n<p>52 Clapham High Street, London, SW4 7UN, Gro\u00df-Britannien<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"mailto:weltsozialismus@gmx.net\">weltsozialismus@gmx.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben in einer Welt des Reichtums. Die Produktivit\u00e4t ist in allen wirtschaftlichen Sektoren, in der Industrie, genauso, wie in der Landwirtschaft, immens. 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