Anmerkungen der Sozialistischen Partei
zur
Europawahl 2009
Wahrscheinlich wirst du schon etwas über die Wahlen zum
Europäischen Parlament gehört haben, der größten
Wahl in Europa, die es bislang gegeben hat. Denn in den 27 Staaten der
Europäischen Union leben 500 Millionen Menschen. Du bist
aufgerufen, zwischen dem 4. und 7. Juni diejenigen aus dem Kreis der
„politischen Elite“ deines Wahlbezirks zu wählen, die ihre Ferien
in Brüssel und Strassburg werden verbringen können. Auf deine
Kosten, versteht sich.
Die Machthaber sind aber derzeit ein wenig in Sorge, ob du
überhaupt von ihren Argumenten und ihrem Wahlspektakel
genügend angetan sein wirst, um zur Wahl zu gehen. Sie
befürchten, dass du zu Hause bleibst. Schande über Dich!
Um dir deutlich zu machen, warum das alles so wichtig, oder eher
unwichtig ist, könnten wir dir ein paar Hinweise darauf geben, in
welchen Bereichen in der letzten Zeit das Europäische Parlament
dein Leben veränderte (in der englischsprachigen Version tun wir
es auch): Aber das Ergebnis ist, dass es dabei nichts Wichtiges
aufzuzählen gibt, daher lassen wir es hier bei dieser Feststellung
bewenden.
Insbesondere wenn du auf die so genannten “Sozialleistungen” angewiesen
oder „arbeitslos“, also mittellos, bist, oder wenn dich die vielen
Problemen plagen, mit denen Lohnabhängige, auch und gerade wenn
sie „Arbeit haben“, ständig konfrontiert sind, dann hast du
wirklich keinen Grund, zur Wahl zu gehen und einen dieser üblichen
Kandidaten der Linken, der Rechten oder der Mitte zu wählen.
Tatsache ist, dass das Spektakel der Eurowahl nicht aufgeführt
wird, um irgendetwas Gutes für DICH zu tun. Es dient dazu, die
herrschenden Eliten des Kapitals davon abzuhalten, übereinander
herzufallen, also gegeneinander in Europa Krieg zu führen, wie sie
das in der Geschichte, mehr als einmal, taten. Wir erinnern nur an den
Ersten und den Zweiten Weltkrieg.
Obwohl es natürlich eine gute Idee ist, Kriege zu vermeiden - denn
es sind Arbeiterinnen und Arbeiter, die an dessen Folgen am Meisten zu
leiden haben - ist es mitnichten dieser „Wohlfahrtsaspekt“, der eine
Rolle spielen würde. Die eigentliche Motivation ist hingegen die
Angst des Kapitals, zu viel Geld für die Kriegsführung
ausgeben zu müssen. Die kapitalistischen Eliten wollen zwar alle
(mehr als) satt werden, aber ohne unnötigerweise Gefahr zu laufen,
im Maul und zwischen den Zähnen ihrer Konkurrenten zu enden. Es
geht - wer hätte das gedacht – um Profit und Geld. Und daran wird
sich auch nichts ändern, solange der Kapitalismus und das Geld
bestehen bleiben. Abgesehen davon ist der kapitalistische Friede –
global betrachtet – immer nur ein Zwischenzustand, denn kapitalistische
Konkurrenz und Kriege gehören zusammen.
Vielleicht denkst du ja wirklich angesichts der Wirtschafts- und
Finanzkrise, dass der Kapitalismus für dich nichts tut,
außer dass er dich zu seinem Lohnsklaven macht, dessen einzige
anerkannte Existenzberechtigung darin besteht, die Reichen noch reicher
zu machen. Wenn aber die Kandidaten in deinem Wahlkreis dies nicht so
klar und deutlich sehen und es aussprechen, warum solltest du einen von
ihnen wählen?
Es ist besser, wenigstens im Stillen etwas zu sagen oder zu schreiben,
als vollkommen schweigend und untätig zu verharren. Insofern
solltest du zur Wahl gehen, dann aber „ungültig“ stimmen, zum
Beispiel dadurch, dass du auf den Wahlzettel „Abschaffung des Geldes
und des Kapitalismus“ oder „Weltsozialismus – gemeinschaftliches
Eigentum und gleichberechtigte Kontrolle“ schreibst. Danach besuche
unsere Webseite www.worldsocialism.org, auf der du Leute treffen wirst,
die ähnlich denken, wie du.
Wir meinen, dass es durchaus sinnvoll ist, eine Wahl zu treffen, auch
wenn es bei der Europawahl niemanden gibt, der es Wert wäre,
gewählt zu werden.
Hier kannst du unsere Flugblätter zur Europawahl in Englisch und
Bengali downloaden:
1,
Manifesto
for London
Region (where we're contesting) (PDF)
2.
Manifesto
for outside
London (where we're running a write-in
campaign) (PDF)
3.
London
manifesto in Bengali
(PDF)